Entwicklung der Hamelner Gasversorgung
Das erste Gaslicht der Welt erleuchtet 1813 die Westminster Bridge in London. Dreizehn Jahre später entstehen in Berlin und Hannover die ersten Gasanstalten. Auch unter Hamelns Bürgern besteht der Wunsch nach mehr Licht und damit mehr Sicherheit auf den nächtlichen Straßen. Sie müssen sich jedoch noch mehr als 30 Jahre gedulden.
In Hameln zündete das erste Gaslicht am 9. Dezember 1861 – und die erfolgreiche Geschichte der Stadtwerke Hameln begann. Einen Rückblick auf die Hamelner Gasversorgung und einen Einblick in die stets zukunfts-orientierte Arbeit der „Stadtwerker“ gibt die Chronik zum 150jährigen Jubiläum der Gasversorgung.
Wir wünschen bei der Lektüre der Chronik eine spannende Zeitreise:
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1861
Am 12. Januar genehmigen Hamelns Magistrat und Bürgervorsteher einen Vertrag mit dem Baumeister Friedrich Trulsen aus Lauenburg für den Bau einer Gasanstalt. Gegen geringe Pacht stellt die Stadt ein Grundstück an der Weser (das heutige Stadtwerke Gelände) zur Verfügung. Sie überlässt das Risiko dem Privatmann Trulsen, behält sich jedoch ein Ankaufsrecht nach 30 Jahren vor.
Am 10. April wird der Grundstein für den Bau der Gasanstalt gelegt und am 5. Juli beginnt die Verlegung der Gasleitungen in Hamelns Straßen.
Am 9. Dezember nimmt das Gaswerk seinen Betrieb auf.
1874
Verkauf des Gaswerkes an die „Allgemeine Gas-Aktiengesellschaft zu Magdeburg. Zu diesem Zeitpunkt werden 2.500 Privatflammen und 126 Straßenlaternen aus dem 8 Kilometer langen Leitungsnetz mit Gas versorgt. Auch drei Hamelner Betriebe arbeiten mit Leuchtgasmotoren, ein Buch und Zeitungsverlag sowie eine Schnupftabak- und Zigarrenfabrik.
1889
Zum 1. Januar geht das zwischenzeitlich abgewirtschaftete Gaswerk in das Eigentum der Stadt über. Der dringend notwendige Umbau beginnt.
1905
Seit der Jahrhundertwende zeichnet sich ein deutlicher Strukturwandel in der Gasversorgung ab. Der ursprüngliche Einsatz des Gases zur Beleuchtung wurde mit dem Aufkommen der Elektrizität verdrängt. Gas fand nun in steigendem Maße Verwendung zum Kochen.
Völliger Um- und Neubau der Gasanstalt. Ein 6000 m² fassender Gasbehälter wird gebaut und der Bahnanschluss an die Hameln-Lager-Bahn hergestellt.
1924
Einweihung von Lager- und Werkstattgebäuden.
Koch- und Lehrvorträge in den Schulen, Besuche bei den Hausfrauen und die Zusammenarbeit mit den Installateuren sorgen für einen steigenden Gasabsatz.
1927
Erneuerung der verbrauchten Ofenanlage.
1934
Inbetriebnahme der ersten technischen Gasentgiftungsanlage im Hamelner Gaswerk.
1942
Bau des heute noch im Einsatz befindlichen Gasbehälters. Während der Kriegsjahre werden höchste Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Stadtwerke gestellt.
1946
Über Rationierungen und Abschaltungen kann in den Nachkriegsjahren die Energieversorgung aufrechterhalten werden.
1950
Von ca. 30.000 Einwohnern im Jahr 1940 auf ca. 51.000 Einwohner im Jahr 1950 wächst die Hamelner Bevölkerung.
Die Erschließung von Neubaugebieten, Erweiterung der Rohrnetze und der ständige Ausbau des Gaswerkes erfordern enorme finanzielle Mittel.
Bau einer neuen, Zeit und Kosten sparenden Kohleentlade- und Transportanlage.
1956
Das seit 95 Jahren angewandte klassische Verfahren, Gas aus Kohle zu gewinnen, stößt an seine Grenzen. Auch der Absatz von Nebenprodukten wie Koks, Teer und Benzol bereitet zunehmend Schwierigkeiten. Ein neues, in England entwickeltes Verfahren, bei dem Gas mittels einer Ölspaltanlage erzeugt wird, soll Abhilfe schaffen. Die erste Anlage dieser Art auf dem Kontinent nimmt am 1.2.1956 ihren Betrieb in Hameln auf.
1960
Die Ölspaltanlage hat sich bewährt. Zwei weitere Anlagen gehen in Betrieb; Abriss der alten Ofenanlagen.
1964
Stilllegung der eigenen Gaserzeugungsanlagen am 30.10.1964 und Übergang auf Ferngasbezug. Die wirtschaftlichen Vorzüge großer Erzeugungsanlagen sollen auch in Hameln für schwarze Zahlen sorgen. Außerdem will man vorausschauend die Voraussetzungen für den Anschluss an das Erdgasnetz schaffen.
1968
Der Anteil des Heizgases an der Gesamtabgabe nimmt ständig zu, von 18 % im Jahr 1950 auf 63 % im Jahr 1968.
1971
Erdgas ist auf dem Vormarsch. Die Hälfte der gasversorgten Haushalte in der Bundesrepublik beziehen bereits Erdgas.
1972
Einstimmiger Beschluss des Aufsichtsrates für die Umstellung von Kokereigas auf Erdgas.
1973
Am 15.10.1973 sind die umfangreichen Arbeiten für die Umstellung auf Erdgas abgeschlossen, jetzt ist auch Hameln mit dem europäischen Erdgasnetz verbunden.
1979
Beginn der Gaserschließung in den Ortsteilen der Stadt Hameln.
Die Ölkrise 1978/79 führt zu dramatischen Energiepreiserhöhungen, die ein verändertes Energiebewusstsein der Verbraucher bewirken.
1983
Seit 10 Jahren steht in Hameln die umweltfreundliche Energie Erdgas zur Verfügung, von rund 5.500 Gasheizungen im Jahr 1973 erhöhte sich die Anzahl auf knapp 10.000. Über 20 Millionen Mark investierten die Stadtwerke in den Ausbau der Gasversorgung.
1986
Rund 13.300 Kunden nutzen in Hameln Erdgas. Es ist auch im 125 Jahr seit Bestehen der Gasversorgung in Hameln Aufgabe und Verpflichtung für die Stadtwerke, das Vertrauen der zahlreichen Kunden zu würdigen und ihnen mit Erdgas eine umweltfreundliche, sichere und kostengünstige Energie anzubieten.
1992
Abschluss der Gaserschließung im Ortsteil Welliehausen.
1995
Errichtung des 1. Blockheizkraftwerkes im Ortsteil Klein Berkel.
1997
Inbetriebnahme der ersten öffentlichen Erdgastankstelle auf dem Betriebsgelände.
Errichtung des 2. Blockheizkraftwerkes im Hamelner Wohngebiet Rotenberg-Ost.
1998
Durch den Abschluss der Gaserschließung im Ortsteil Wehrbergen steht Erdgas nun flächendeckend in Hameln zur Verfügung.
2004
Verlagerung der Erdgastankstelle vom Betriebsgelände zur neuen JET-Tankstelle an der Ohsener Straße.
2006
Verlegung einer neuen Gastransportleitung von Fischbeck nach Hameln und Bau einer Gasübernahmestation in Fischbeck, Umstellung von L-Gas auf H-Gas am 1. Oktober 2006, neuer Lieferant: Wingas.
Errichtung von zwei Biogasanlagen als Gemeinschaftsprojekt mit der AgrarEnergie Lauenstein (AEL).









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